Häufige Fragen nach Feststellung einer Belastung mit PCB (Exposition)

Allgemeine Fragen:

 

Was ist PCB?

Polychlorierte Biphenyle (PCB) wurden bis in die 80er Jahre in elektrischen Bauteilen (Transformatoren, Kondensatoren), als Hydraulikflüssigkeit oder als Weichmacher (z. B. in Lacken, Dichtungsmassen, Isoliermitteln) verwendet. Es handelt sich dabei um chlorierte Kohlenwasserstoffe, die in der Natur nicht vorkommen. Insgesamt gibt es 209 mögliche Verbindungen (Kongenere). Meist liegen Mischungen von 70 bis 100 Verbindungen vor. Einige Kongenere sind in ihrer Struktur und in ihrer biologischen Wirkung dioxinähnlich und gelten als krebserregend.

Was sind Sekundärquellen?

Gegenstände, die sich über lange Zeit in PCB-haltiger Atmosphäre befunden haben, können je nach Oberflächenbeschaffenheit unter Umständen auch nennenswerte PCB-Mengen aufnehmen. Auch wenn dies im direkten Vergleich zu den Primärquellen von untergeordneter Bedeutung ist,  kann dies nach Beseitigung der Primärquellen unter Umständen zu einer erneuten Raumluftbelastung führen.

Wer ist gefährdet?

Eine akute Gesundheitsgefährdung liegt in den Gebäuden des KIT nicht vor. Dennoch sind aus Vorsorgegründen expositionsmindernde Maßnahmen angesagt. Besonders schützenswerte (Schwangere, Kinder/Jugendliche) oder empfindliche Personen (z.B. mit schweren chronischen, das Immunsystem schwächenden Erkrankungen) sollten sich zur individuellen Beratung an die Medizinischen Dienste (MED) wenden.

Nach derzeitigem Kenntnisstand, aufgrund der bisher vorliegenden Ergebnisse des PCB-Biomonitorings, liegt für die Nutzer kein erhöhtes gesundheitliches Risiko vor. Nähere Auskünfte dazu finden Sie in der Zusammenfassung und gesundheitliche Bewertung des PCB-Biomonitorings

Was kann gegen PCB unternommen werden?

Letztendlich kann nur eine Sanierung unter Beseitigung der PCB-belasteten Objekte (u.U. auch der Sekundärquellen) nachhaltig helfen. Bis zu diesem Zeitpunkt kann allerdings durch systematisches Lüften sowie regelmäßiges Reinigen mit Beseitigung von Staubablagerungen die Exposition effizient reduzieren.

Hilft systematisches Lüften und gezieltes Reinigen die Exposition du verringern?

Ja! Die Reinigungsmaßnahmen werden zentral organisiert. Bei den Lüftungsmaßnahmen sind wir auf die Mithilfe der Nutzer vor Ort angewiesen. Hinweise hierzu findet man in der Sektion

Vorsorge.

 Wer hilft weiter?

Fragen können gerne an die dafür eingerichtete E-Mail-Adresse (pcb∂sum.kit.edu) gerichtet werden. Von dort werden sie an die zuständigen Ansprechpartner weitergeleitet.

Zur individuellen medizinischen Beratung steht die Leitung der Medizinischen Dienste (andrea.stahl∂kit.edu  Tel. 22071, ise.hattler∂kit.edu Tel. 46061) gerne zur Verfügung.

Warum werden die belasteten Gebäude nicht einfach kurzfristig saniert?

Sanierungsmaßnahmen sind langfristig. Sie müssen über das Amt für Vermögen und Bau (VBA) vom Land Baden-Württemberg veranlasst werden. Das Land verfügt derzeit über einen Sanierungsstau in dreistelliger Millionenhöhe. Dazu kommt, dass die Interventionswerte nicht überschritten werden und somit formal gar keine dringende Sanierungspflicht besteht. Dennoch setzen KIT und die Karlsruher Stelle des VBA alles daran, Maßnahmen zu ergreifen, die zu einer raschen Entfernung der PCB-Quellen (v.a. Deckenplatten und Fugenmaterial) führen. Der Erfolg derartiger Maßnahmen muss dabei sorgfältig überprüft werden.

Kann man Deckenplatten ansehen, ob diese PCB belastet sind?

Nein, die belasteten Deckenplatten unterscheiden sich weder in Farbe noch in der Bauart oder Oberflächenbeschaffenheit von unbelasteten Deckenplatten.

Müssen die Lüftungsmaßnahmen auch im Winter bei niedrigen Außentemperaturen durchgeführt werden?

Ja, allerdings muss im Winter nicht so lange gelüftet werden. Zum einen findet der Luftaustausch bei niedrigen Außentemperaturen deutlich schneller statt, zum anderen sind im Winter die Raumluftkonzentrationen von PCB auch geringer.

Warum trägt Staub wischen zur Minderung der PCB-Konzentration bei?

Das aus den Primärquellen austretende PCB lagert sich relativ schnell an luftgetragene Partikel an. Diese sind in großer Anzahl überall vorhanden (ca. 1000 Partikel pro cm³) und können sich als Staub auf waagrechten Flächen ansammeln.

Muss bei (herkömmlichen) Reinigungsarbeiten Atemschutz getragen werden?

Atemschutz ist nur notwendig, wenn die Primarquellen unmittelbar gehandhabt werden. Dies ist ganz besonders bei einer expliziten Bearbeitung (Sägen, Schneiden, Brechen etc.) wichtig. Bei „herkömmlichem“ Verhalten (auch Reinigen) ist bei den vorliegenden Schadstoffkonzentrationen keine besondere persönliche Schutzausrüstung erforderlich. Bei den verwendeten Staubsaugern ist dafür Sorge zu tragen, dass deren „Abluft“ über entsprechende Filtereinrichtung verfügt. Dies ist beim gängigen Industriestandard gewährleistet.

Kann auf das Lüften von systematisch gekühlten Räumen mit hoch sensiblen Geräten verzichtet werden, auch dann wenn dort Personen täglich bis zu 8 Stunden verbringen?

Räume, die mit einer technischen Lüftung oder nach außen abblasenden Klimageräten ausgestattet sind, müssen nicht zusätzlich gelüftet werden.

 

Kontakte:

Ansprechperson PCB Screening

Sara Burk

SUM-BG

E-Mail: sara.burk∂kit.edu

Tel.: 0721 608 23966

   

KIT-Sicherheitsbevollmächtigter

Dr. Gerhard Frank

E-Mail: gerhard.frank∂kit.edu

Tel.: 0721 608 24660

   

Fachkräfte für Arbeitssicherheit

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner bei FAS

   

Medizinische Beratung

Dr. Andrea Stahl

E-Mail: andrea.stahl∂kit.edu

Tel.: 0721 608 22071

   

Dr. Ise Hattler

E-Mail: ise.hattler∂kit.edu

Tel.: Tel.: 0721 608 46061

   

Fragen, Anregungen, Kritik?

Schreiben Sie eine E-Mail an pcb∂sum.kit.edu.